Antoniusschule
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17.03.2005 / WAZ-LOKALAUSGABE / ESSEN
 
Kinder tanzen zwischen Diktat und Lesen

Antoniusschule bekam die Landesauszeichnung "Bewegungsfreudige Schule" verliehen
Von Dominika Sagan
Freisenbruch. Singen und Tanzen zwischen Dikatat und Lesen sind in der Antoniusschule keine Ausnahme. Konzentrieren die Schüler sich schlecht, hilft kurze Auflockerung, um sich wieder auf die Rechenaufgaben zu stürzen. Dieses Lernkonzept zeichneten Zuständige des Landes aus. Die Konkurrenz war groß. "7000 Schulen im Land waren aufgerufen, sich zu bewerben", sagt Schulleiterin Clarissa Waclawek. Jetzt leuchtet im Eingangsbereich der Grundschule der Beweis an der Wand. "Landesauszeichnung Bewegungsfreudige Schule NRW 2004" steht auf der weißen Tafel. Die Lehrer wissen, dass Sport sich positiv auf die Leistung auswirkt. "Wir lernen mit Hand, Fuß, Herz und Hand und berücksichtigen dabei Ergebnisse der Lernforschung", erklärt die Schulleiterin. Alle Sinne sollen gefordert sein. Wenn der Geist nach einer kniffeligen Mathearbeit schlapp macht, hilft Yoga. Dann halten wir unsere Hände vor das Gesicht und atmen tief ein und aus",  beschreibt Sara (9) aus der 4a. 

Ihre Freundin Nina (10) findet vor allem die wöchentlichen Entspannungsübungen toll. Sie gehören zum schulischen Trainingskonzept. Bei diesem treffen sich Schüler freiwillig in verschiedenen Gruppen. Sara hat sich den Ratefüchsen angeschlossen. Mit Bewegung macht sogar Mathe Spaß. Auch Erstklässler bleiben beim Rechnen nicht immer auf ihren Stühlen sitzen. Tristan (7) und Sven (6) zeigen, wie sicher sie gerade und ungerade Zahlen unterscheiden können. Sie zählen laut und klatschen in die Hände. "Solche Unterrichtsformen gibt es für jedes Fach", erläutert Klassenlehrerein Gabriele Wölki. Verliert sie die Aufmerksamkeit der Schüler, greift sie zur Trommel. Dann dürfen die 26 Jungen und Mädchen durch den Raum rasen. Jedoch nicht wahllos. "Unser Konzept beruht auf angeleiteter Bewegung", wirft die Schulleiterin ein. Verzaubert die Lehrerin die Kinder in Tiere, kriechen sie als Ameisen auf dem Boden oder fauchen wie Löwen. Danach konzentrieren sie sich besser auf neue Buchstaben an der Tafel.

"Mir fällt es machmal schwer, lange sitzen zu bleiben. Das Toben hilft", findet Sarah (6). Ihr Klassenkamerad Lars (6) ruft: "Und es ist witzig."  Benedikt trommelt am liebsten. "Ich bin im Trommelkurs", erzählt der Zehnjährige. Auch die Schwimm-, Marathon-, und Schlittschuhkurse an der Schule stärken die Sportbegeisterung. Eigeninitiative ist dabei gefragt. "Wir wollen, dass die Kinder sich selbst anmelden", sagt Barbara Graff. Ihr Steckenpferd ist Tanzen. Bei der Feier zur Preisverleihung zeigen die Viertklässler, was sie bei ihrer Klassenlehrerin gelernt haben.
In der Turnhalle versammeln sich alle Schulkameraden und demonstrieren ihre Bewegungsfreude. Als Probe für das diesjährige Tanzfest der Schulen folgt eine Gummi-Twist-Choreografie. Die Schwimmstaffel hat bereits beim letzten Wettkampf den ersten Platz abgestaubt. "Durch die vielen sportlichen Möglichkeiten und die Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen, haben wir die Auszeichnung bekommen", weiß Barbara Graff.
Bei Unruhe während der Mathestunde, zücken ihre Schüler das "Körper-Übungsbuch".  Das Kommando für zwei- bis dreiminütige Bewegungspausen lautet: "Stühle anschieben". Dann rücken die Schüler aus: Im Sommer auf den Schulhof zum Dauerlauf, sonst in den Treppenflur, um den Körper zu stärken. "Der Wechsel von Ruhe und Bewegung ist wichtig und fördert das Lernen", betont Barbara Graff. Sie zählt auf,  wofür sie die 1500 Euro Preisgeld mit ihren Kollegen einplant: "Seilchen, Bälle und Pausenspielzeug Außerdem noch eine größere Sache." Welche das sein werde, wüssten sie noch nicht - oder wollen es vielleicht noch nicht verraten.

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